Die wichtigsten Ergebnisse des DGB-Index Gute Arbeit

Wie die Beschäftigten die Arbeitswelt in Deutschland beurteilen, was sie sich von Guter Arbeit erwarten.


(Der folgende Beitrag erschien zuerst in Gute Arbeit.  Zeitschrift für Gesundheitsschutz und Arbeitsgestaltung, Heft 10/2007, www.gutearbeit-online.de)


Nur jeder achte Beschäftigte in Deutschland bewertet seine Arbeitssituation positiv, jeder dritte arbeitet unter miserablen Bedingungen mit hohen Belastungen und wenig Sicherheit. Und die Hälfte aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hält ihre Arbeitsbedingungen für gerade mal mittelmäßig: Das sind ernüchternde Ergebnisse des DGB-Index Gute Arbeit 2007, den der DGB jetzt der Öffentlichkeit vorstellte. Der Index stützt sich auf das Urteil der Beschäftigten selbst, nämlich auf eine solide, wissenschaftlich abgesicherte und repräsentative Befragung von über 6 000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Er liefert somit erstmals ein präzises Bild davon, wie die Beschäftigten die Qualität ihrer Arbeitsplätze bewerten. Zugleich zeigt er aber auch die Verbesserungs- und Gestaltungspotenziale.

Der Auftakt war eindrucksvoll, das öffentliche Interesse groß, die Befunde jedoch bedenklich: Nur jeder achte Beschäftigte in Deutschland (12%) bewertet seine Arbeitssituation positiv, jeder dritte arbeitet unter miserablen Bedingungen mit hohen Belastungen und wenig Sicherheit (34%). Und die Hälfte aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hält ihre Arbeitssituation für gerade mal mittelmäßig (54%): Das sind ernüchternde Ergebnisse des DGB-Index Gute Arbeit 2007, den der DGB Mitte September in Berlin der Öffentlichkeit vorstellte (siehe die Ankündigungen in Gute Arbeit. 11/2006, Seite 25-28, 2/2007, Seite 31-33 und 7-8/2007, Seite 21-22). "Mit dem DGB-Index Gute Arbeit gründen wir eine der wichtigsten arbeitspolitischen Initiativen der letzten Jahrzehnte und heben die Frage nach der Qualität von Arbeitsgestaltung wieder auf die politische Agenda", sagte der DGB-Vorsitzende Michael Sommer bei der Präsentation des Index.

Eine neue Art von Index
Sich für gute Arbeit einzusetzen gehört seit jeher zu den gewerkschaftlichen Kernaufgaben. Der DGB-Index - hervorgegangen aus der vom DGB und den Einzelgewerkschaften getragenen Initiative Trendwende - setzt hier allerdings neue Akzente. Und unterscheidet sich von herkömmlichen Modellen wie dem Geschäftsklima-Index oder dem Konsumklima-Index. Denn er fragt die Beschäftigten selbst danach, wie sie ihre Arbeitssituation bewerten. Und macht ihr Urteil zur Basis seiner Bewertung. Dabei stützt er sich auf eine solide, wissenschaftlich abgesicherte repräsentative Datenbasis. Im 1. Quartal 2007 wurden 6 168 Beschäftigte aus allen Regionen, Branchen, Einkommensgruppen und Arbeitsverhältnissen mit standardisierten Fragebögen ausführlich befragt. Auf dieser Grundlage ist nun erstmals eine detaillierte Einschätzung möglich, wie die Beschäftigten in Deutschland die Qualität ihrer Arbeitsplätze beurteilen. Damit werden auch die Verbesserungs- und Gestaltungspotenziale deutlicher sichtbar.

Es geht nicht nur um Belastungen
In den DGB-Index Gute Arbeit fließen Bewertungen zu insgesamt 15 Kategorien ein. Dazu gehören u. a. Angaben der Beschäftigten zum Sinngehalt der Arbeit, zur Kollegialität, zur Arbeitszeitgestaltung, zum Führungsstil, zu den körperlichen und emotionalen Anforderungen, zu Qualifizierungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, zur Arbeitsintensität, zur Arbeitsplatzsicherheit und zum Einkommen (siehe Abbildung 1). Ähnlich wie in der großen INQA-Studie "Was ist gute Arbeit" (siehe Gute Arbeit. 10/2006, Seite 34-36 und 11/2006, Seite 19-22) wird dabei ein differenziertes Bild entwickelt. Denn Tatjana Fuchs und ihr Team vom Internationalen Institut für Empirische Sozialökonomie (INIFES) haben grundsätzliche Fragestellungen in den Index einfließen lassen:
  • Zunächst wird nach den Ansprüchen an Gute Arbeit gefragt. Und die sind, wie sich zeigt, nicht überzogen, sondern durchaus realistisch und bescheiden.
  • Im umfangreichsten Fragenkomplex werden die Ressourcen untersucht, die den Beschäftigten zur Verfügung stehen: Kreativität, Aufstiegsmöglichkeiten, Führungsqualität.
  • In der Kategorie Belastungen wird nach Arbeitsintensität, körperlichen und emotionalen/psychischen Anforderungen u. ä. gefragt.
  • In einer weiteren Kategorie geht es schließlich um "Einkommen und Sicherheit".
Indem die positiven Faktoren der Arbeitsgestaltung (Ressourcen) einerseits den Belastungen andererseits gegenübergestellt und mit der Situation von Einkommen und Arbeitsplatzsicherheit ins Verhältnis gesetzt werden, ergibt sich ein komplexes Bild, das die Qualität der Arbeit aus der Sicht der Befragten differenziert widerspiegelt.

58 von 100 möglichen Punkten
Im Startjahr 2007 erreicht der DGB-Index Gute Arbeit einen Gesamtwert von 58 Punkten. Das signalisiert große Defizite und ein erhebliches Verbesserungspotenzial. Brennpunkte sind dabei fehlende Aufstiegsperspektiven, geringe berufliche Zukunftssicherheit und ein nicht ausreichendes Einkommen. Betrachtet man den Punkt Einkommen gesondert, so fällt auf: Mit 39 Punkten wird keine andere der 15 Dimensionen des Index in der Arbeitswelt schlechter beurteilt.

Der Indexwert von 58 liegt um 22 Punkte hinter den Anforderungen an gute Arbeit, aber nur 8 Punkte oberhalb der Grenze zur schlechten Arbeit. Denn nur bei Indexwerten zwischen 80 und 100 kann von guter Arbeit gesprochen werden: Das sind Menschen, die sich sozial und beruflich entwickeln können, die relativ wenige Belastungen erleben und dazu noch über ein angemessenes Einkommen sowie relative Sicherheit des Arbeitsplatzes verfügen.

Am anderen Ende der Skala mit Indexwerten zwischen 0 und 50 wird schlechte oder unzumutbare Arbeit verortet: Sie bietet keine oder kaum Entwicklungsmöglichkeiten, bringt hohe Belastungen mit sich und bietet kaum ein ausreichendes Einkommen. Es fehlen nahezu alle Faktoren, die die Arbeit zu einer Quelle des Wohlbefindens machen können. Dazwischen, mit Indexwerten von 50 bis 80, ist die Arbeit mittelmäßig. Das bedeutet: Den Einflussmöglichkeiten der Beschäftigten sind enge Grenzen gesetzt, und sie fühlen sich belastet durch etliche körperliche und emotionale Anforderungen. Die Arbeitsbedingungen bieten wenig Lernförderliches, es fehlt an einem unterstützenden Führungsstil, die Einkommensbedingungen sind unzureichend und die berufliche Zukunft ist ungewiss.

Nicht nur berichten, sondern verbessern
"Wir wollen nicht nur berichten", sagte der DGB-Vorsitzende Michael Sommer. "Wir wollen vor allem auch zeigen, wie es besser geht. Wir wollen einen Wettbewerb um Gute Arbeit in Gang setzen, der die kurzsichtige Kostendiskussion um Aspekte von Innovationsfähigkeit und Qualität der Arbeit erweitert. Denn von Guter Arbeit profitieren alle, Beschäftigte und Unternehmen."

Viele Arbeitgeber versuchen, "aus kurzfristigen Erwägungen einer Renditesteigerung gerade an der Qualität der Arbeitsbedingungen zu sparen, ja oftmals sogar vormals errungene Humanisierungserfolge wieder rückgängig zu machen", ergänzte der IG Metall-Vorsitzende Jürgen Peters. Eine auf reine Kostensenkung ausgerichtete Unternehmensstrategie zerstört nicht nur gute Arbeit, sagte er. Sie unterminiert Leistungsbereitschaft und Motivation der Belegschaften. Und damit wird die wesentliche Voraussetzung für Innovationsfähigkeit der Beschäftigten und damit auch die Basis für Wettbewerbsfähigkeit zerstört. Eine solche Strategie der Kostensenkung setzt immer häufiger auf den Einsatz billiger Leiharbeit, um den Stamm der Festbeschäftigten abzuschmelzen. Die Ausweitung von prekären Jobs führt in den Unternehmen so zu einer ‚Innovationsfaulheit'.

Den Zusammenhang von Motivation und guter Arbeit bestätigen die Befunde der Index-Befragung: Insgesamt fühlen sich 45% der Beschäftigten oft oder immer ihrem Unternehmen verbunden. In der Gruppe derjenigen, die nach eigenen Angaben gute Arbeit haben, sind das aber 70%, bei den Beschäftigten mit schlechter Arbeit dagegen nur 25%. Diese Zahlen belegen, wie sehr Gute Arbeit nicht nur den Beschäftigten, sondern auch den Unternehmen selbst zu Gute kommen könnte.

Qualität der Arbeit unter dem Druck der Ökonomie
In vielen Bereichen sei die Qualität der Arbeit massiv unter Druck geraten, sagte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske. Zum einen, weil die niedrigere Zumutbarkeitsschwelle immer mehr Arbeitslose dazu zwinge, jede Arbeit anzunehmen. Zum anderen, weil "Hauptsache Arbeit - egal welche" zur Richtschnur politischern Handelns geworden sei. Auch Bsirske verwies darauf, dass sich das "am dramatischsten am Niedriglohnsektor" zeige und an der wachsenden Zahl prekärer, von Arbeits- und Sozialrecht kaum geschützter Arbeitsverhältnisse.

Doch auch die Normalarbeit stehe im Wandel: "Normal" - im Sinne von verbreitet - bedeute heute, "bei Vollzeit im Durchschnitt knapp 42 Stunden pro Woche, regelmäßig am Abend, an Wochenenden und immer öfter auch nachts zu arbeiten". Es bedeute, Belastungen zu ertragen, wie Zeit- und Arbeitsdruck und körperlich einseitige Arbeit. An einem normalen Arbeitstag klage jede/r zweite Beschäftigte über Rücken- und Nackenschmerzen, jede/r dritte über Kopfschmerzen, Angespanntheit, Nervosität und vorzeitige Ermüdung. "Normal" scheine es heute auch zu sein, krank zur Arbeit zu gehen, wie dies mehr als 70% der Beschäftigten bei einer aktuellen Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung angegeben hätten.

Hauptkritikpunkt: Einkommen und Arbeitsplatzsicherheit
Der Blick auf die einzelnen Indexwerte fächert die Befunde weiter auf: Mit 77 Punkten erhält die Dimension "Sinngehalt der Arbeit" die beste Durchschnittswertung. Dabei fällt auf: Beschäftigte, die ihre Arbeits- und Einkommensbedingungen insgesamt als gut bezeichnen, sind überproportional der Ansicht, eine gesellschaftlich sinnvolle Tätigkeit auszuüben. Die zweithöchste Wertung erhält die Kollegialität mit 76 Punkten. Insgesamt berichten 77% der Beschäftigten, sie fänden bei ihren Kolleginnen und Kollegen Hilfe und Unterstützung. Am höchsten bewertet werden hier also Ressourcen, die unter den Beschäftigten selbst entstehen und die nicht das Verdienst der Arbeitgeber und der von ihnen verantworteten Arbeitsbedingungen sind.

Am unteren Ende der Skala liegt das Einkommen. Keine Dimension der Arbeitswelt wird von den Beschäftigten schlechter beurteilt. Mit 39 Punkten liegt der Indexwert in dieser Dimension um 19 Zähler unter dem Gesamtwert des DGB-Index und um 11 Punkte unter der Grenze zur Qualitätsstufe "mittelmäßige Arbeit". Anspruch und Realität klaffen hier besonders weit auseinander: 82% der Befragten halten es für wichtig, dass ihr Einkommen ihren Leistungen entspricht. Aber nur 37% der Befragten geben an, sie könnten von ihrem Einkommen gut leben. Für 50% kommt es gerade so hin, für 13% gar nicht. 39% belastet es stark, dass ihre Einkommen für den Lebensunterhalt nicht wirklich ausreicht. Und nur 33% der Beschäftigten meinen, die bezögen ein leistungsrechtes Einkommen.

Mit einem Indexwert von 45 liegen auch die beruflichen Aufstiegsmöglichkeiten in der Zone "schlechte Arbeit". 37% der Beschäftigten geben an, gar keine Aufstiegsmöglichkeiten zu haben, 45% nur in geringem Maße. Ebenfalls unter der 50-Punkte-Grenze liegt die Dimension "Arbeitsplatzsicherheit/berufliche Zukunft", nämlich mit einem Indexwert von 47. Nur 31% der Befragten ängstigen sich gar nicht um ihre berufliche Zukunft.

Leiharbeiter haben häufiger schlechte Arbeit
Der DGB-Index zeigt, dass es Berufsgruppen gibt, in denen ein relativ hoher Anteil der Beschäftigten gute bzw. schlechte Arbeit hat. So arbeiten z. B. 61% der Hilfsarbeiterinnen unter schlechten Bedingungen. Gute Arbeit haben sie gar nicht. Auf der anderen Seite berichten Berufsgruppen wie etwa Ingenieure zum relativ hohen Anteil von 23% von guten Arbeitsbedingungen. Schlechte Arbeit haben hier 23%, 11% weniger als der Durchschnitt.

Schlechte Arbeit ist z.B. bei Leiharbeitern besonders weit verbreitet. Gegenwärtig gibt es schätzungsweise gut 600 000 Leiharbeiter in Deutschland. Ihre Zahl steigt rasch, absolut und nach ihrem Anteil an allen Beschäftigtenverhältnissen. Leiharbeiter bewerten die Qualität ihrer Arbeit mit einem Index von 48. Er liegt damit um 10 Punkte unter dem Gesamtindex und auch 10 Punkte unter dem Gruppen-Index für unbefristet Beschäftigte. In 11 der 15 Dimensionen ist die Arbeitssituation der Leiharbeiter deutlich schlechter als in der Gruppe der unbefristet "Normalbeschäftigten". Dazu gehören: die beruflichen Zukunftsaussichten, das Einkommen, die Aufstiegsmöglichkeiten, die Gestaltung der körperlichen Anforderungen, die Möglichkeiten zur Kreativität und die Qualifizierungs- und Entwicklungsmöglichkeiten. Wirklich gute Arbeit gibt es nur für ganze 2% der Leiharbeitnehmer - im Unterschied zu 13% bei den unbefristet Beschäftigten. Schlechte Arbeit haben hingegen 56% der Leiharbeiter. Bei den Normalbeschäftigten sind es 34%.

Bemerkenswert ist, dass die Mehrheit der Beschäftigten ihrer Arbeit grundsätzlich positiv gegenüber steht. Das ergibt sich aus der Tatsache, dass 68% der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer häufig oder immer stolz auf ihre Arbeit sind. Allerdings ist dieses Arbeitserleben nicht ungetrübt (siehe Abbildung 2, S. 17): Fast jeder zweite fühlt sich nach der Arbeit oft oder immer leer und ausgebrannt. 41% können sich in ihrer Freizeit nicht richtig erholen. Anerkennung bei der Arbeit erhält nur eine Minderheit von 42%.

Bis zur Rente nur mit guter Arbeit
Besonders auffällig ist ein Befund, der im Zusammenhang mit der von Gesetzgeber angestrebten "Rente mit 67" gesehen werden muss: Nur jede/r Zweite erwartet, unter den derzeitigen Arbeitsbedingungen seine Tätigkeit bis zum Rentenalter durchhalten zu können (Abb. 3). Auf die Frage "Meinen Sie, dass Sie unter den derzeitigen Anforderungen Ihre jetzige Tätigkeit bis zum Rentenalter ausüben können?" antworteten 33% mit "Nein, wahrscheinlich nicht". 17% konnten keine Prognose abgeben, und nur die Hälfte der Befragten gab ein klares "Ja" zur Antwort.

Bemerkenswert ist, dass es auch aus der Gruppe der über 55-Jährigen, die der Rente zeitlich am nächsten ist, lediglich 63% für wahrscheinlich hielten, ihre derzeitige Tätigkeit bis zur Rente ausüben zu können. Immerhin ein gutes Viertel von ihnen (26%) rechnet nicht damit. Aber auch bei den unter 25-Jährigen meinen nur 48%, sie könnten ihre Arbeitsfähigkeit bis zum Renteneintritt erhalten.

Unbefristet Beschäftigte glauben eher an den Erhalt ihrer Arbeitsfähigkeit als befristet Beschäftigte (51% zu 44%). Leiharbeiter beurteilen ihre Zukunftsaussichten besonders skeptisch: Nur 39% von ihnen halten es für wahrscheinlich, es unter den gegenwärtigen Bedingungen bis zur Rente zu schaffen. 40% finden das eher unwahrscheinlich. Je besser die Arbeitsbedingungen sind, desto größer ist die Zuversicht der Beschäftigten, unter den jetzigen Anforderungen bis zum gesetzlichen Rentenalter durcharbeiten zu können. Umgekehrt: Je häufiger die Menschen spüren, dass sie bis an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit arbeiten müssen, sich krank oder gesundheitlich belastet fühlen, desto pessimistischer wird ihre Prognose hinsichtlich ihrer langfristigen Arbeitsfähigkeit.

Ein Vergleich zeigt das: 73% der Beschäftigten, die Gute Arbeit haben, rechnen mit dem Erhalt ihrer Arbeitsfähigkeit bis ins Rentenalter. Dagegen erwarten unter den Beschäftigten, die schlechte Arbeit haben, nur 23%, dass sie auf diese Weise bis zum Rentealter standhalten. Alarmierend ist auch: 49% der Beschäftigten gehen davon aus, dass die Rente, die sie aus ihrer Arbeit beziehen, nicht zum Leben ausreichen wird. 62% fühlen sich durch die erwartet knappe Rente stark oder sehr stark belastet.

"Wir wollen zeigen, wie es besser geht"
Die Index-Erhebung des Jahres 2007 zeigt, wie viel noch zu tun bleibt, damit die Arbeitswelt den Anforderungen an Gute Arbeit auch nur annähernd gerecht wird. Sie zeigt aber auch: In nahezu jeder Branche gibt es ein Segment von Guter Arbeit, auch wenn es noch klein ist. In fast allen Berufsgruppen berichtet zumindest eine kleine Gruppe der Beschäftigten von gut gestalteten Arbeitsplätzen und einem angemessenen Einkommen. Es geht also! Für jede Tätigkeit lassen sich Bedingungen schaffen, durch die sie zur Guten Arbeit wird. Der DGB-Index ist nicht darauf fixiert, nur zu zeigen was schlecht ist. "Wir wollen zeigen, wie es besser geht", sagte der DGB-Vorsitzende Michael Sommer. "Wir wollen einen Wettbewerb um 'Gute Arbeit', denn davon profitieren Beschäftigte und Unternehmen gleichermaßen", sagte Sommer.

Die Gewerkschaften sind aus ihrem originären Selbstverständnis Anwälte für Gute Arbeit. Deshalb werden sie die Ergebnisse des DGB-Index Gute Arbeit zukünftig jährlich vorstellen. Zugleich wird die Auswertung des umfangreichen Datenmaterials der Erhebung 2007 fortgesetzt. Dabei werden Gruppenprofile erstellt und die Bedingungen Guter Arbeit präzisiert. Geplant sind u. a. Veröffentlichungen zur Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten, zur Work-Life-Balance und zur Lage des Prekariats.


Den kompletten Report der Ergebnisse 2007 finden Sie unter

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