Gewerkschaftliche Initiativen

Die Arbeit muss menschlichen Maßstäben gerecht werden.

Arbeitswelt ist Lebenswelt. Die Verwirklichung humaner Arbeitsbedingungen gehört daher zu den Kernanliegen der Gewerkschaftsbewegung – heute und von jeher. Es gibt kaum eine gewerkschaftliche Aktivität, die nicht in irgend einer Form, direkt oder indirekt, der Verbesserung der Arbeitswelt dient oder zumindest der Abwehr schlechter und noch schlechterer Arbeitsbedingungen.

Außerdem gibt es eine Reihe Projekte und Kampagnen, die sich im Speziellen darum bemühen, den Ansprüchen der Beschäftigten an eine menschengerechte Arbeitswelt zur Verwirklichung zu verhelfen. Nicht alle diese Initiativen führen “Gute Arbeit” im Namen, manche sind an einzelne Branchen, Unternehmen oder Regionen gebunden, an einigen sind außer den Gewerkschaften auch andere gesellschaftliche Akteure beteiligt. Alle diese Projekte und Initiativen sind eingeladen, sich auf der Website des DGB-Index Gute Arbeit vorzustellen.

Die bereits vorhandenen Initiativen in alphabetischer Reihenfolge:

    Top Ergo-Online

    Arbeit im Büro gesund gestalten. Plattform für Ergonomie, Gesundheit und gute Qualität des Arbeitsschutzes im Büro.


    Ergo-Online ist eine arbeitnehmerorientierte Plattform. Der Mensch steht im Mittelpunkt. Es geht um seine Gesundheit und sein Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Nur wer gesund ist und bleibt, kann den täglichen Anforderungen am Arbeitsplatz standhalten und die gewünschte Leistung bringen.

    Zu einem gesund erhaltenden Arbeitsplatz gehören die Technik, Raumkonzepte und Möbelausstattungen ebenso wie die Arbeit selbst. Auch die darf nicht krank machen. Ergo-online widmet sich der gesamten Themenbandbreite rund um die Gesundheit und Ergonomie der arbeitenden Menschen.

    Themenbeispiele:

    • Ergonomie im Büroalltag,
    • Bildschirmarbeit,
    • Betrieblicher Arbeits- und Gesundheitsschutz,
    • Arbeitsorganisation wie Teamarbeit.

    Für wen ist Ergo-Online nützlich?

    • Grundsätzlich für alle Beschäftigten, die sich mit Fragen ihrer Gesundheit am Arbeitsplatz auseinandersetzen möchten,
    • Betriebs- und Personalräte, Mitarbeitervertretungen und andere arbeitnehmerorientierte Interessenvertretungen,
    • Selbstständige und Freelancer,
    • Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Betriebsärzte und Ergonomiebeauftragte,
    • Verantwortliche für Planung, Büroeinrichtung, Einkauf und Organisation,
    • Wissenschaftler und Forschungseinrichtungen,
    • Gewerkschaften und Sozialpartner.

    Online-Newsletter

    Regelmäßig informiert ein kostenloser Online-Newsletter über Aktuelles zu Ergonomie, Arbeits- und Gesundheitsschutz, gibt Termine bekannt und informiert über neue Wissensbausteine.

    Internetplattform

    Die Internetplattform bietet wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse, Arbeitshilfen und Praxisanleitungen verständlich aufbereitet. Sie informiert über Veranstaltungen, Projekte und Netzwerke und verbreitet aktuelles Wissen sowie empirische Befunde. Wissenschaftler und Forscher können ihre Ergebnisse über ergo-online einem breiten Publikum zugänglich machen und damit direkt in den Dienst des Menschen stellen.

    www.ergo-online.de


    Top Faire Arbeit für Menschen in Finanzdienstleistungen!

    Permanente Umstrukturierungen, Outsourcing, Zielvereinbarungen im Vertrieb. Das Arbeiten in Banken, Sparkassen und Versicherungen wird unsicherer und immer belastender - die Arbeit geht immer mehr an die emotionale Substanz.


    Die Leistungsbereitschaft der Beschäftigten steht außer Frage, aber immer seltener wird ihr Einsatz belohnt. Stattdessen: Drohung mit Betriebsstilllegungen, Organisationsoptimierungen an allen Ecken, von oben nach unten durchgedrückte Zielvorgaben und vieles mehr. Und alles geschieht scheinbar unbeeinflussbar - an den Wünschen der Menschen und manchmal gar am Menschenmöglichen vorbei.


    Inzwischen gibt es viele betriebliche und regionale Initiativen, die unter dem gemeinsamen Titel "Faire Arbeit" Aktivitäten starten, damit das Arbeiten neuen Sinn bekommt und wieder Spaß macht. Veränderungen beginnen am Arbeitsplatz - ver.di vernetzt diese Ideen und Aktionen regional, bundesweit, europaweit und international.

    Nähere Informationen zu den verschiedenen Initiativen und Kampagnen zu Fairer Arbeit im Bereich Finanzdienstleistungen liefert die Broschüre "von der Aktion >>> FAIRE ARBEIT * GUTE ARBEIT".  Sie gibt einen umfassenden Überblick über die Aktivitäten in ver.di zum Thema gesunder und fairer Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen. Den Hauptteil bilden dabei die zahlreichen Initiativen Faire Arbeit im Fachbereich Finanzdienstleistungen. Sie bietet einen aktuellen Überblick über die Aktivitäten in den Unternehmen und Betrieben vor Ort, sowie tarifpolitische Gestaltungsgrundsätze. Außerdem versammelt sie noch zahlreiche Materialien, um eigene Aktivitäten zu starten, einschließlich der Hinweise darauf, wo diese Materialien besorgt werden können.

    Die Broschüre steht hier als download zur Verfügung:

    ver.di-broschuere_faire_arbeit-gute_arbeit.pdf (PDF, 4 MB)


    Weitere Informationen sind auf folgender Website zu finden:

    https://fidi.verdi.de/faire_arbeit



    Top Hamburger Fachtagungen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz

    Darstellung von Praxisbeispielen zur Umsetzung des Arbeitsschutzgesetzes

     

     

    Das Hamburger Büro für Arbeitsschutz & Betriebsökologie veranstaltet und organisiert unter der Leitung von  Dr. Max Geray die Hamburger Fachtagungen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz. Angesprochen sind Betriebs- und Personalräte nach § 37.6 BetrVG bzw. § 46.6 BPersVG sowie Fachkräfte für Arbeitssicherheit ( § 5.3 ASiG )und Vertreter/innen behinderter Menschen  (  § 96.4 SGB IX). Diese Fachtagungen und Fachkurse bieten einen aktuellen Einblick in die Erkenntnisse und den Stand der Arbeitswissenschaften - regelmäßige Referenten sind u.a. Prof. Oppolzer, Hamburg, Prof. Richter, Dresden, Dr. Hien, Bremen, Dr. Geray, Hamburg, Dr. Tempel, Hamburg u.a. - sowie einen aktuellen Stand der Rechtslage und Rechtssprechung - Referenten  Prof. Heilmann, Fachanwalt für Arbeitsrecht Jens Gäbert u.a. - und deren betriebliche Umsetzung. Betriebliche Praktiker stellen auf jeder Tagung ihre Vorgehensweisen und langjährigen Erfahrungen zur Umsetzung von Arbeitsschutzgesetz und Gefährdungsbeurteilung vor. Betriebsbesichtungen sind Bestandteil der Fachtagungen.

     

    Die Website www.buero-fuer-arbeitsschutz.de enthält auch unter der Rubrik  „Für die Praxis“ Beispiele von Betriebsvereinbarungen zur Umsetzung des Arbeitsschutzgesetzes und der Gefährdungsbeurteilung. Dort finden Sie auch Fragebögen und Checklisten zur Erfassung psychischer Belastungen, die in diesen Unternehmen angewandt werden. Abgucken sowie auf die eigene Praxis umformen und anwenden ist gewünscht!


    www.buero-fuer-arbeitsschutz.de

     

     


    Top Initiative Mindestlohn

    Mindestlohn muss sein

    Die gemeinsame Initiative Mindestlohn von ver.di und NGG wirbt auf verschiedenen Ebenen für die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes in Höhe von 7,50 Euro die Stunde. Die Homepage www.mindestlohn.de richtet sich an Politik und Medien sowie NutzerInnen, die sich über das Thema Mindestlohn informieren wollen. Die Seite bietet verschiedene Mitmachaktionen. So werden online Unterstützerunterschriften gesammelt, und man kann auch seine Unterstützung per Bild dokumentieren.

    Der MdB-Check gibt Auskunft über die Haltung von Bundestagsabgeordneten. Diese können auch über die Webseite direkt angeschrieben werden. Außerdem gibt es Unterrichtsmaterialien zum Mindestlohn. Der Blog www.blog.mindestlohn.de ist das Aktionstagebuch, und auf www.hungerlöhner.de berichtet ein Niedriglöhner über seine täglichen Sorgen. Mittlerweile gibt es die Initiative auch im Computer-Paralelluniversum "Second Life".

    Die Initiative Mindestlohn hat ein enges Netz von der Online-Kommunikation zur realen Welt geknüpft. Die roten Aktions-T-Shirts sowie die übergroßen Mindestlohnpuppen, die klassische NiedriglöhnerInnen zeigen, sind als Aktionsmittel eingeführt und transportieren die Botschaft. Bei Veranstaltungen sind sie der Hingucker und oft fotografiertes Motiv. Die Ausstellung "Arm trotz Arbeit" (www.mindestlohn.de/ausstellung/) tourte im Sommer 2007 durch rund 70 Städte. Dabei kam auch ein 150 Quadratmeter großes Flugzeugbanner zum Einsatz.

    Kontakt für ver.di: Bernd Steinmann
    Kontakt für NGG: Dr. Karin Vladimirov

    www.mindestlohn.de


    Top Kampagne "Modell Deutschland ...zuerst der Mensch!"

    Mit der Kampagne "Modell Deutschland ...zuerst der Mensch!" eröffnet die IG BCE neue Perspektiven einer sozial gerechten Modernisierung der Gesellschaft. Deutschland wollen wir verstanden wissen als ein Modell, das für Demokratie, wirtschaftliche Kraft, soziale Gerechtigkeit, Achtung der Menschenrechte, Sicherung des Friedens und gute Nachbarschaft steht. Im Zentrum dieser Initiative steht der Mensch und seine ganzheitlichen Belange. Unter dem Dach "Modell Deutschland ...zuerst der Mensch!" wurden daher eine Reihe von Einzelinitiativen zu verschiedenen Themen gestartet:
    • Gute Arbeit,
    • Offensive Bildung,
    • Vereinbarkeit von Beruf und Familie,
    • Gesunder Mensch in gesunden Unternehmen,
    • die Tarifkampagne "Du bist der Tarif".
    Diese Initiativen sind zeitlich wie inhaltlich aufeinander abgestimmt. Die Initiative "Gute Arbeit" wird im Vorstandsbereich des Vorsitzenden koordiniert und umfasst folgende Schwerpunkte:
    • Entgrenzung der Arbeit
    • Work-Life-Balance
    • Prekäre Beschäftigung
    • Mitbestimmung
    • Altersgerechte Arbeit
    • Gute Ausbildung
    Mit diesen Themenfeldern will die IG BCE die Ansprüche der Beschäftigten an Gute Arbeit gleichermaßen berücksichtigen wie gesellschaftspolitisch brennende Themen aufgreifen. Der Wandel in der Arbeitswelt, die Globalisierung der ökonomischen Prozesse und die Ausdifferenzierung der Gesellschaft stellen Gewerkschaften vor alte Fragen mit neuen Herausforderungen: Wie gestalten wir eine humane Arbeitswelt? Ziel ist es, die Aspekte Guter Arbeit konsequent aus der Sicht der Beschäftigten zu entwickeln und sie als Grundlage für die Gestaltung der politischen und gewerkschaftlichen Arbeit zu verstehen. Daher spielt der DGB-Index Gute Arbeit eine strategisch wichtige Rolle und soll als unterstützendes Instrument in den Betrieben genutzt werden. Nicht zuletzt der konsequente Aufbau der Zielgruppenarbeit in den Betrieben kann davon profitieren, dass eine Möglichkeit geschaffen wurde, betriebliche Handlungsfelder beschäftigtenspezifisch zu identifizieren und in gewerkschaftliche Initiativen zu übersetzen.

    www.modell-deutschland.de


    Top Projekt Gute Arbeit – eine Initiative der IG Metall zur Humanisierung der Arbeit

    Die Schwerpunkte

    Drei Schwerpunkte bestimmen die Inhalte:


    Der Arbeit ein gesundes Maß geben – Arbeitszeit und Leistungsdruck begrenzen.
    Arbeit braucht Grenzen. Weil Leben zu kurz kommt, wenn Arbeitszeiten länger und länger werden. Die Erfahrungen in Pilot- und Kooperationsbetrieben zeigen, dass ausufernden Arbeitszeiten und Leistungsdruck etwas entgegengesetzt werden kann.

    Alternsgerechte und lernförderliche Gestaltung der Arbeit.
    Über die Hälfte der Beschäftigten geht aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig in Rente. Es ist längst Zeit, Arbeitsplätze so zu gestalten, dass nicht nur ältere Beschäftigte noch arbeiten können, ohne krank zu werden. Auch die heute Jungen dürfen bis zur Rente nicht verschlissen werden. Es gibt Beispiele wie es besser gehen kann: mit alternsspezifischer Gefährdungsbeurteilung, langfristiger Personalplanung sowie Qualifizierung und Weiterbildung.

    Prekäre Beschäftigung eindämmen – Belastungen und Risiken verringern.
    Die Leiharbeitsbranche boomt. Fast 600 000 Leiharbeiter/innen hangeln sich von Job zu Job. Neueinstellungen sind oft nur befristet, das Einkommen von Minijobs reicht nicht zum Leben. Gleichzeitig wächst damit der Druck auf die Stammbelegschaften. Das Projekt Gute Arbeit will Beiträge gegen die Ausweitung prekärer Beschäftigung und für die Angleichung der Arbeitsbedingungen von Stamm- und Randbelegschaften leisten.

    Das Vorgehen

    Die IG Metall startete das Projekt Gute Arbeit im September 2004, es ist auf drei Jahre angelegt. Ein Höhepunkt war der Kongress "Eine bessere Arbeitswelt ist machbar" im Dezember 2006. Wichtig ist die Gewinnung vieler Betriebe, die sich zum Ziel setzen, Arbeitsbedingungen zu verbessern. Von Anfang an wurde das Projekt wissenschaftlich begleitet. Das Projekt Gute Arbeit der IG Metall agiert nicht isoliert: Arbeitsschutz, Tarifpolitik und Betriebspolitik wirken zusammen.

    Die Instrumente

    Zu den einzelnen Themenfeldern wurden im Projekt Ausarbeitungen, Workshopkonzepte, Handlungshilfen und Softwaretools erstellt. Diese werden in den Betrieben getestet, Erfahrungen dazu ausgetauscht.

    Wie geht es weiter?

    Das Projekt wird mit einem "Handbuch Gute Arbeit" abgeschlossen, in dem auch die Erfahrungen der Pilot- und Kooperationsbetriebe beschrieben werden. Die Handlungshilfen und Softwaretools werden fortentwickelt. Gute Arbeit ist und bleibt ein Schwerpunktthema für die IG Metall.

    www.igmetall.de/gutearbeit


    Top Zeitschrift Gute Arbeit

    Gute Arbeit ist die Fachzeitschrift für Gesundheitsschutz und humane Arbeitsgestaltung. Monat für Monat berichtet sie - immer im Interesse der Arbeitnehmer - über alles Wichtige zum Arbeits- und Gesundheitsschutz. Aktuell, für die betriebliche Praxis aufbereitet, allgemeinverständlich, kurz und knackig oder auch einmal ausführlicher und mit den notwendigen Hintergrundinformationen.

    Die Homepage bietet neben ausgewählten Beiträgen aus der Printausgabe Zusatzinfos, Diskussionsbeiträge, ein Archiv und Termine für die Weiterbildung.

    www.gutearbeit-online.de


    Top ZOOM. Zeitarbeiter/innen - Ohne Organisation Machtlos

    Ein Netzwerk der IG Metall


    ZOOM ist ein Angebot der IG Metall, das Zeitarbeiter/innen und Arbeitnehmervertretungen, sowohl in den Zeitarbeitsfirmen als auch in den ausleihenden Unternehmen, die Möglichkeit der Vernetzung bieten soll. Neben der Kommunikation steht natürlich die Information im Vordergrund. Aber auch für die Beantwortung von Fragen rund um Zeitarbeit steht ZOOM jederzeit zur Verfügung. ZOOM wird betreut vom Franz Künstler e.V. – Verein für Arbeitnehmerbildung.

    Hier ein Überblick über das vorhandene und geplante Angebot:

    • Dein gutes Recht: Tipps zu Rechten und Pflichten der Zeitarbeiter/innen und zum richtigen Verhalten gegenüber dem Arbeitgeber.
    • Materialien: Neben wichtigen Tarifverträgen, Betriebsvereinbarungen, Gesetzen und Verordnungen werden hier weitere nützliche Materialien für Zeitarbeiter/innen und Betriebsräte zum Download bereitgestellt.
    • Pressespiegel: Hier wird zu tagesaktuellen Pressebeiträgen rund um die Zeitarbeit verlinkt.
    • Forum: Im ZOOM-Forum besteht die Möglichkeit zum Gedanken- und Informationsaustausch mit anderen Zeitarbeiter/innen und Betriebsräten. Dies kann offen, aber auch anonym geschehen.
    • Archiv: Wichtige Zeitungsmeldungen und sonstige Publikationen werden nach und nach im Archiv gesammelt.

    www.igmetall-zoom.de